Ernennung von drei neuen Ehrenmitgliedern des Adolf-Bender-Zentrums

Veröffentlicht am 4. Dezember 2014 von becker im Bereich Berichte, Projekte

Ernennung der Ehrenmitglieder
Ernennung der Ehrenmitglieder

Die drei Ehrenmitglieder (Mitte) mit Geschäftsführer und 1. Vorsitzendem des ABZ

Am 30.11.2014 wurden im Adolf-Bender-Zentrum in feierlichem Rahmen die Zeitzeug_innen Doris Deutsch, Helmut Becker und Horst Bernard zu Ehrenmitgliedern des Adolf-Bender-Zentrums ernannt. Die Ehrenmitglieder wurden jeweils durch einen kurzen Filmbeitrag und ein anschließendes kurzes Interview durch den 1. Vorsitzenden des Adolf-Bender-Zentrums Armin Lang vorgestellt.

„Doris Deutsch trägt die Geschichte auf bewundernswerte Weise weiter. Sie hat eine große Wirkung auf Jugendliche“, beschrieb Willi Portz, Geschäftsführer des Adolf-Bender-Zentrums, die Zeitzeugin, die auch nach dem Tod ihres Mannes Alex Deutsch immer noch an Schulen unterwegs ist, um von dessen Erfahrungen im KZ Auschwitz und ihren eigenen Erinnerungen aus der Zeit der NS-Diktatur zu erzählen. Frau Deutsch betonte, dass sie gerne bereit ist noch häufiger an Projekten mit jungen Menschen teilzunehmen.

Helmut Becker, ehemaliger Häftling des Jugend-KZs Moringen, berichtete im Gespräch mit Armin Lang von seiner Erfahrung, wie er in einem Demokratisierungskurs in den USA nach Kriegsende zum ersten Mal das Wort „Demokratie“ hörte. Heute ist Helmut Becker als Zeitzeuge tätig. Darüber hinaus hat er angekündigt dem Adolf-Bender-Zentrum seine Dokumente zur Auswertung und Dokumentation seines Lebensweges zur Verfügung zu stellen, um sie so noch breiter zugänglich zu machen.

Der dritte Zeitzeuge, Horst Bernard, erfuhr als Kind Entbehrungen durch die erzwungene Flucht der Eltern, die Widerstand gegen die Nationalsozialisten leisteten. Inzwischen Seit langen Jahren leitet er Führungen im früheren Gestapolager „Neue Bremm“ und im ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof. Er wünscht sich von der Bevölkerung ein größeres Interesse für die Aufarbeitung der NS-Zeit.

Nach der Ehrung blieb noch Zeit für gegenseitigen Austausch in gemütlicher Atmosphäre. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Stefanie Hennrich, Medienprojektmitarbeiterin des Adolf-Bender-Zentrums, und ihrer Mutter Marianne Becker am Klavier. Zu Gast waren unter anderem Politiker des Landtages, sowie des Landkreises Neunkirchen und der Stadt St. Wendel.

Grenzüberschreitender Jugendkongress “Lebenswelten 1914-2014 (25.11.2014)

Veröffentlicht am 28. November 2014 von becker im Bereich Berichte

In diesem Sommer jährte sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Dieses historische Jubiläum nahmen weltweit viele Institutionen zum Anlass, Veranstaltungen, Projekte und Ausstellungen zum Gedenken an die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ auf die Beine zu stellen.
Mit „Lebenswelten 1914 – 2014“ hat das saarländische Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie ein grenzüberschreitendes Projekt mit Jugendlichen aus der Großregion ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, die aktuelle Lebenswirklichkeit vor allem junger Menschen mit jener vor einhundert Jahren zu vergleichen. Am 25.11.2014 fand der Jugendkongress in der Europäischen Akademie in Otzenhausen statt, der vom Adolf-Bender-Zentrum organisiert wurde.
Begrüßt wurden die rund 100 Teilnehmer durch den Geschäftsführer des Adolf-Bender-Zentrums Willi Portz und den Leiter der Abteilung C Jugend, Familie und Frauen des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Herbert Heyd. Fünf Jugendgruppen aus der Großregion stellten anschließend ihre Beiträge zum Thema vor. Bei der Umsetzung ihrer Ideen waren der Kreativität der jungen Menschen keine Grenzen gesetzt. Ob Kurzfilm, Fotowände, Plakate, Reisetagebücher oder Powerpoint-Präsentation – alles war möglich.
Die Streichergruppe des Völklinger Warndtgymnasiums und die Schülerband “Blindears” der Gemeinschaftsschule Schmelz für einen musikalischen Rahmen. Auf dem Markt der Möglichkeiten konnten sich die Jugendlichen über das Angebot des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlands, des Museums für Alltagskultur, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Amnesty Internationals zum Thema informieren.
Abschluss war die gemeinsame Signatur des Gruppenbildes „Unser Europa –Offen.Demokratisch.Frei“

Fimpremiere vor großem Publikum “Erinnern – Damit es nicht vergessen wird” (3.07.2014)

Veröffentlicht am 7. Juli 2014 von becker im Bereich Berichte

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Am 3. Juli fand anlässlich der Abschussveranstaltung zum Projekt “7 Orte gegen das Vergessen” in der Bosener Mühle die Filmpremiere des ABZ-Films “Erinnern – Damit es nicht vergessen wird” statt.
Der Film dokumentiert die Schicksale der Menschen die als Namenspatron für die “Orte gegen das Vergessen” dienen. Während der Veranstaltung richteten Schirmherr Reinhold Jost (Minister der Justiz), Udo Recktenwald (Landrat Kreis St. Wendel), Werner Feldkamp (1. Vorsitzender des Vereins KuLani) und Willi Portz (Geschäftsführer des Adolf-Bender-Zentrums) das Wort an die 70 Gäste der Veranstaltung.
Darüber hinaus erhielt auch die Projektgruppe des Wendalinum unter der Leitung ihres Lehrers Rafael Groß die Möglichkeit ihre Projektergebnisse zum jüdischen Leben in St. Wendel vorzustellen. Die Gruppe war maßgeblich an der Gestaltung des Eugen-Berl-Platzes und an den Einweihungsfeierlichkeiten beteiligt.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Markus Evers am Flügel, der gleichzeitig auch der Komponist der Filmmusik von “Erinnern – Damit es nicht vergessen wird” ist.

Zurück in die Vergangenheit: Back in 1914 – Die Gemeinde Schmelz im 1. Weltkrieg (27.05.14)

Veröffentlicht am 3. Juni 2014 von becker im Bereich Projekte

Gemeinde Schmelz im 1. Weltkrieg

Bei der Abschlussveranstaltung des Projektes „Back in 1914 – Die Gemeinde Schmelz im 1. Weltkrieg“ begaben sich mehr als 50 Gäste mit den Schülern der Kettelerschule Schmelz und den Mitarbeitern des Adolf-Bender-Zentrums auf eine Zeitreise in das Jahr 1914.

Nach der Eröffnung durch den Beigeordneten Wolfram Lang und einer kurzen Rede der Schulleiterin der Kettelerschule Schmelz Isabella Katzorke präsentierten die Schüler eine Power-Point Präsentation und einen 10-minütigen Film, den sie während der Projektarbeit erstellt hatten. Daneben waren in einer Ausstellung Plakate der Schüler und Dokumente und Fotos zu einem Schmelzer Schicksal im 1. Weltkrieg zu sehen.

Ehrengäste waren neben dem Landrat des Landkreises Saarlouis Patrik Lauer, alle Personen, die am Projekt mitgewirkt, die Dokumente und Fotos zur Verfügung gestellt und somit das Projekt erst möglich gemacht hatten.

Die Schulband der Kettelerschule Schmelz sorgte mit Unterstützung von Schülern der Projektgruppe für die musikalische Umrahmung.

Feierliche Enthüllung der Änne-Meier-Tafel (14.05.2014)

Veröffentlicht am 14. Mai 2014 von becker im Bereich Berichte

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Die Sporthalle der Änne-Meier-Schule füllte sich schnell mit Schüler, Eltern, Lehrern und weiteren Gästen. Alle waren gekommen, um der Enthüllung der Änne-Meier-Tafel beizuwohnen, die im Rahmen des „Orte gegen das Vergessen“-Projektes an der Förderschule für geistige Entwicklung angebracht wird.

Der Schulleiter Michael Sens begrüßte die Ehrengäste Margot Meier (Nicht von Änne Meier), Harry Hauch (Dezernent für Bildung, Kultur und Ehrenamt St. Wendel), Benedikt Schäfer (Dezernent für Familie, Gesundheit und Soziales St. Wendel), Ortsvorsteher Rudi Schwarz, Herbert Meier (ehemaliger Schulleiter der Änne-Meier-Schule) und Willi Portz (Geschäftsführer des Adolf-Bender-Zentrums) und bedankte sich beim Adolf-Bender-Zentrum und dem Ortsvorsteher von Baltersweiler für die wunderbare Möglichkeit die Schule in das Projekt „Orte gegen das Vergessen“ einzubinden.

Die Schüler der Werkstufe der Schule hatten sich im Rahmen des Projektes einen Tag lang mit der Fürsorgerin und mutigen Widerstandskämpferin Änne Meier und ihrem Leben, das durch NS-Verfolgung geprägt war, beschäftigt. Die Ergebnisse des Projekttages präsentierten Sie in Form einer Lesung.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Schülern und Mitarbeitern der Änne-Meier-Schule und der Liedermacherin Gaby Klees.

Durch den Änne-Meier-Platz, der Tags zuvor in Baltersweiler eingeweiht worden war und die Änne-Meier–Tafel rückt die Widerstandkämpferin wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung und bildet einen wichtige Teil der Erinnerungskultur im Kreis St. Wendel.

Baltersweiler weiht Änne-Meier-Platz ein (13.05.2014)

Veröffentlicht am von becker im Bereich Berichte

Beigeordneter Norbert Jung, Landrat Udo Recktenwald, Margot Meier, Willi Portz, Ortsvorsteher Rudi Schwarz

Beigeordneter Norbert Jung, Landrat Udo Recktenwald, Margot Meier, Willi Portz, Ortsvorsteher Rudi SchwarzAufgrund ihrer religiösen Orientierung erkannte die couragierte Widerstandskämpferin aus Baltersweiler früh die Gefahren des Nationalsozialismus, verweigerte Zeit ihres Lebens den Hitler-Gruß und entschied sich trotz massivem Drucks, den NS-Verbänden nicht beizutreten. Ihre Haltung und ihr couragierter Einsatz für Menschlichkeit und Gerechtigkeit führten dazu, dass sie 1942 ohne Prozess und Verurteilung “wegen fanatischen Einsatzes für die katholische Bewegung” und Verbreitung von “Hetzbriefen” ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurde.

Nun wurde im Rahmen des Projektes „Orte gegen das Vergessen“, welches durch das Adolf-Bender-Zentrum durchgeführt und im Rahmen des KuLani Leader Projektes „St. Wendeler Land steinreich“ vom Landkreis und dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt wird, der Änne-Meier-Platz in Baltersweiler eröffnet. Unter den Augen von 50 erschienenen Gästen und der Nichte von Änne Meier, Margot Meier, sprachen Ortsvorsteher Rudi Schwarz, Landrat Udo Recktenwald, Beigeordneter Norbert Jung, und der Geschäftsführer des Adolf-Bender-Zentrums Willi Portz.

Willi Portz erläuterte die Sonderstellung des Änne-Meier-Platzes innerhalb des Projektes. Der Platz ist der einzige, der an eine junge Widerstandkämpferin erinnert, während alle anderen Orte gegen das Vergessen den Namen ehemaliger jüdischer Mitbürger tragen. Doch da Änne Meier ein „wichtiger Teil der Erinnerungskultur des Landkreises“ darstellt, wie Udo Recktenwald es formulierte, stand mit Beschluss des Projektes fest, dass ihr ein Platz gewidmet sein würde.

Die Liedermacherin Gaby Klees sang zum Abschluss ein Lied, das sie eigens für Änne Meier komponiert hat.

Im Anschluss an die Einweihung wurde bei einem Umtrunk in der Änne-Meier-Schule in kleineren Kreis an Änne Meier gedacht und ihre Bedeutung für Dorf und Landkreis herausgehoben.

Einweihung “Änne-Meier-Platz” Baltersweiler

Veröffentlicht am 5. Mai 2014 von klein im Bereich Allgemein, Projekte

Am Dienstag, den 13.05.2014 wird auf dem Baltersweiler Dorfplatz der neugeschaffene “Änne-Meier-Platz” eingeweiht.

An Änne Meier wird deutlich, dass auch ganz “einfache Leute” Widerstand leisteten gegen Diktatur und Unterdrückung. Am 3. Januar 1896 wurde Änne bzw. Anna Meier als fünftes von sieben Kindern in Baltersweiler geboren. Im Beruf als Fürsorgerin kümmerte sie sich um bedürftige Familien, half Kranken, Behinderten und Menschen in finanzieller Not. Aufgrund ihrer religiösen katholischen Orientierung erkannte sie früh die Gefahren des Nationalsozialismus, verweigerte Zeit ihres Lebens den Hitler-Gruß und entschied sich trotz massivem Drucks, den NS-Verbänden nicht beizutreten.
Ihre Haltung und ihr couragierter Einsatz für Menschlichkeit und Gerechtigkeit führten dazu, dass sie 1942 ohne Prozess und Verurteilung “wegen fanatischen Einsatzes für die katholische Bewegung” und Verbreitung von “Hetzbriefen” ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurde.
Änne Meier überlebte KZ, Todesmarsch und Befreiung und zeigte Zivilcourage bis ins hohe Alter.